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Rieselfelder Gatow Karolinenhöhe: Nutzungskonzept überfällig / Keine Windräder
Berlins erste Windkraftanlage in Berlin-Pankow (Foto: www.daniel-buchholz.de, 19.06.08)

Für die ehemaligen Rieselfelder auf der Spandauer Karolinenhöhe wird die Zeit knapp. Ein Jahr nach Ende der Abwasserverrieselung durch die Berliner Wasserbetriebe (BWB) ist ein fundiertes Nachnutzungskonzept für das Landschaftsschutzgebiet nicht in Sicht. Auch grundlegende Fragen des Landschafts- und Bodenschutzes sind ungeklärt, mahnt der Spandauer SPD-Abgeordnete und Umweltexperte Daniel Buchholz im Oktober 2011 an. Für ihn hat der Schutz des Trinkwassers oberste Priorität.

Buchholz: „Es darf auf keinen Fall ein zweites Mal dazu kommen, dass in Spandau die Trinkwasserqualität beeinträchtigt wird und Leitungswasser nicht unbedenklich genossen werden kann. Die Belastung der Böden auf der Karolinenhöhe durch die Verrieselung in den vergangenen mehr als 100 Jahren ist ein Risiko für die Trinkwasserbrunnen der Galerie Schildhorn auf der Ostseite der Havel. Das geht ganz klar aus der Antwort des Senates auf meine Kleine Anfrage hervor (die vollständige Kleine Anfrage mit allen Antworten finden Sie unten zum Download auf dieser Seite).

Das Ende der Verrieselung begrüße ich ausdrücklich. Aus meiner Sicht hätten zentrale Fragen jedoch im Vorfeld geklärt werden müssen. So kommt die Bitte des Spandauer Umweltamtes an die BWB viel zu spät, die Flächen gemäß der Bundes-Bodenschutzverordnung (BbodSchV) zu überprüfen. Ich erwarte schnellstmöglich verbindliche Ergebnisse zum notwendigen Sanierungsbedarf und der Trinkwassergefährdung.

Landwirte, Anwohner und interessierte Bürger warten dringlich auf ein Nachnutzungskonzept. Im August 2010 haben die BWB dies ebenso wie eine intensive Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern zugesagt. Nun sollen grundlegende Gutachten erst im Februar 2012 fertig gestellt und danach ausgewertet werden. Ich werde mich gemeinsam mit der SPD Gatow-Kladow für ein zügiges Vorgehen und eine umfassende Diskussion mit aktiven Bürgerinnen und Bürgern vor Ort einsetzen.

Die zukünftige Nutzung der Rieselfelder muss neben dem Landschaftsschutz und den Naherholungsinteressen auch der Bedeutung der Fläche für den vorsorgenden Klimaschutz gerecht werden. Nutzungsintensivierungen oder gar Bebauungen würden den Luftaustausch mit der Umgebung beeinträchtigen und damit den notwendigen Kaltluftstrom in angrenzende Spandauer Wohngebiete im Sommer gefährden. Sie verbieten sich insofern von selbst.

Bedauerlicherweise ergibt die Senatsantwort, dass die EU-Förderrichtlinien es nicht erlauben, Ausgleichszahlungen im Rahmen der Naturschutzpflege auf den Rieselfeldern für die Hecken- und Ackerrandstreifenpflege zu leisten. Dies wäre eine wichtige Zuverdienstmöglichkeit für die ansässigen Landwirte. Ich werde die Suche nach anderen Fördermitteln unterstützen.“

(Letzte Aktualisierung: 10.2011)

 


+++   MELDUNG 02.2011  +++

Bei der zweiten Bürger-Versammlung der SPD Gatow-Kladow am 8. Februar 2011 waren mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger anwesend. Sie nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren und mit den Experten der Wasserbetriebe, des bezirklichen Grünflächenamts und dem Abgeordneten Daniel Buchholz zu diskutieren.

 


+++   MELDUNG 08.2010  +++

In den Gatower Riesefeldern werden keine Riesenwindräder aufgestellt. Das versicherte der Spandauer SPD-Abgeordnete und Umweltexperte Daniel Buchholz bei einer ersten Bürgerversammlung der SPD in Gatow im August 2010. Bei der Veranstaltung ging es um die Zukunft des fast 300 Hektar großen Landschaftsschutzgebietes und künftige alternative Energiegewinnung ging.

"Es gibt keinen Antrag, in Gatow Windkraft zu erzeugen und er hätte auch keine Chance, genehmigt zu werden", versicherte Buchholz, der als umweltpolitischer Sprecher der Berliner SPD eigentlich ein Befürworter von Windanlagen ist. „Im dicht besiedelten Spandauer Stadtgebiet können an praktisch keiner Stelle die notwendigen Abstände zu den Wohnhäusern eingehalten werden.“ Die Berliner Wasserbetriebe als Eigentümer der Flächen haben Buchholz schriftlich bestätigt, dass kein Bau von Windrädern in Gatow erwogen wird. Die SPD Gatow/Kladow hatte sich bereits skeptisch zu den Überlegungen eines mittelständischen Unternehmens geäußert, wonach mehrere Windkraftanlagen in den Riesenfeldern und im Spandauer Norden errichtet werden sollten.

Thema des von über 30 Gatower Bürgerinnen und Bürgern besuchten SPD-Stammtisches war ferner die Absicht der Wasserbetriebe, die Bewässerung der ehemaligen Rieselfelder Ende September einzustellen und bis Ende des Jahres konkrete Pläne für die Nachnutzung zu erarbeiten. So sollen die Landwirte in Absprache mit Stromkonzernen an den Randgebieten sogenannte "Kurzumtriebsplantagen" betreiben können, also beispielsweise Pappeln oder Robinien anbauen, die innerhalb weniger Jahre zur Energiegewinnung genutzt werden können.

Nach Angaben der Wasserbetriebe werden derzeit mit dem Bezirksamt und dem Landschaftspflegeverband konkrete Pläne für die Zukunft der stark mit Schadstoffen belasteten Rieselfelder diskutiert. Offiziell hat das Bezirksamt unter Baustadtrat Carsten Röding (CDU) dazu noch keinerlei Information veröffentlicht. Buchholz und das für Gatow zuständige Vorstandsmitglied der SPD-Abteilung, Reinhard Grosse-Sudhoff, forderten Röding auf, die Bevölkerung endlich einzuweihen: "Es kann nicht sein, dass mal wieder alles festgezurrt wird und kein Mensch Bescheid weiß", sagte Grosse-Sudhoff. "Das ist nicht unsere Vorstellung von demokratischer Mitsprache. Wir jedenfalls werden am Ball bleiben und die Menschen über das, was wir erfahren, auch bei unseren nächsten Stammtischen auf dem Laufenden halten."

Die Wasserbetriebe wollen bereits bis Ende des Jahres über Art und Umfang der Nachnutzung entscheiden. Die Wasserbetriebe haben eine intensive Diskussion auch mit den Bürgern zugesagt, Buchholz will die Verantwortlichen daran gegebenenfalls erinnern. Für viele Jugendliche wichtig sind zudem die Betonbecken auf den Rieselfeldern, in denen sie im Winter gefahrlos u.a. Eishockey spielen können. Buchholz versprach den Jungen, die ebenfalls zum Stammtisch gekommen waren, sich für den Erhalt ihrer Spielflächen einzusetzen.

   

   

 

"Konzept für die Rieselfelder überfällig"  (Artikel Spand. Abendblatt 10.2011)

   

 

"Nutzungskonzept ist mehr als überfällig"  (Pressemitteilung 10.2011)

   

 

Senatsantworten zu Rieselfeldern Gatow  (4 S., Parlamentsanfrage 09.2011)

   

 

"Erste Schadstoffe im Trinkwasser nachgewiesen"  (Pressemitteilung 02.2011)

   

 

"Keine Riesen-Windräder auf den Rieselfeldern"  (Pressemitteilung 08.2010)

   

 

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