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Bezahlbare Mieten sichern - Soziale Stadt gestalten

"Stadtpolitik ist Sache der SPD." Das hat die SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses auf ihren Klausurtagungen 2010 und 2009 deutlich gemacht. Bezahlbare Mieten, Maßnahmen gegen die Zerstörung des Stadtbilds und die Förderung innovativer Bauprojekte sollen Berlin auch in Zukunft zu einer sozialen Stadt machen.

In ihrer aktuellen Resolution nimmt die SPD-Fraktion die Sorgen vor einer steigenden Mietbelastung auf, die zu einer Entmischung von Stadtquartieren führen könnte:

"Berlin ist eine Metropole, in der alle Bevölkerungsgruppen und –schichten angemessenen Leben und Wohnen können. Damit das weiterhin so bleibt, ist eine aktive Politik für eine solidarische Stadt erforderlich. Im Zentrum einer solidarischen Stadt steht eine Wohnungs- und Mietenpolitik, die Schutz vor unkalkulierbaren und ungerechtfertigten Mietsteigerungen bietet und die Menschen nicht aus ihren Lebensräumen verdrängt. Die SPD‑Fraktion wird einer sozialen Entmischung in den Wohnquartieren und der Verdrängung unterer und mittlerer Einkommensschichten in die Außenbezirke weiterhin entgegenwirken.

Bezahlbare Mieten sind Eckpfeiler einer nachhaltigen Wohnungs- und Integrationspolitik. Die Sicherung eines bezahlbaren Mietniveaus in der Stadt sichert den Stadtfrieden. Die SPD‑Fraktion hat sich in den Jahren 2007 und 2009 mit Erfolg für neue Regelungen im Mietspiegel 2009 eingesetzt. Sie umfassen Aspekte zur Begrenzung eines nicht vertretbaren Mietanstiegs und beinhalten auch neue ökologische Anforderungen bei der Entwicklung der Betriebskosten. Der Mietspiegel 2009, der nach langen Verhandlungen endlich wieder von Vermieter- und Mieterverbänden unterschrieben wurde, war ein wichtiger Schritt zur Sicherung eines sozial verträglichen Mietniveaus.

Darüber hinaus wurden neue Zielvereinbarungen mit der städtischen Wohnungswirtschaft angegangen, um eine sozial verträgliche Mietenentwicklung zu befördern. In der laufenden Legislatur wurde bereits festgelegt, dass sich die landeseigenen Wohnungsunternehmen (auch vor dem Hintergrund ihrer "Vorbildfunktion") bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete ausschließlich an den Berliner Mietspiegel zu halten haben. Diese Vorgabe sollte auch in den Wohnungsbeständen der privaten Unternehmen stärker Berücksichtigung finden. Damit können Preissprünge im Bestand und weitere negative Rückwirkungen auf den Berliner Wohnungsmarkt vermieden werden. Hierbei sind innovative Konzepte zur Reduzierung der 2. Miete (nutzungsbedingte Betriebskosten) zu verfolgen, insbesondere durch energetische Sanierungen."

(Letzte Aktualisierung: 02.2010)

 

   

 

"Bezahlbare Mieten in Berlin sichern"
(Infoflyer SPD-Fraktion 12.2010)

   

 

Resolution "Für eine solidarische Stadt"
(Beschluss der SPD-Fraktion 01.2010)

   

 

Resolution "Die Stadt zukunftsfähig machen: Klimaschutz in Berlin "
(Beschluss der SPD-Fraktion 01.2010)

   

 

Resolution "Bezahlbare Mieten und Soziale Stadt"
(Beschluss der SPD-Fraktion 01.2009)

   

 

"Zukunftspakt Berlin für Bildung, Klimaschutz und Arbeitsplätze"
(Beschluss der SPD-Fraktion 01.2009)

   

 

Auch zum Klimaschutz und den Anforderungen an ein neues Klimaschutzgesetz hat die SPD-Fraktion im Januar 2010 eine Resolution mit dem Titel "Die Stadt zukunftsfähig machen: Klimaschutz in Berlin" beschlossen:

Trotz der gescheiterten Konferenz von Kopenhagen steht fest: Der Klimawandel findet statt und wird auch in Berlin und Brandenburg erhebliche klimatische Veränderungen bringen. Für den Schutz des Klimas hat Berlin als größte deutsche Stadt und Hauptstadt Deutschlands eine besondere Verantwortung. Der SPD ist aber klar: Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Aktuelle Studien belegen, dass der Klimawandel in unseren Breiten deutlich schneller und stärker ausfallen wird als bisher gedacht. Ein drastischer Temperaturanstieg um mindestens 2,5 Grad schon bis zum Jahr 2050, deutlich mehr extreme Wetterereignisse, höhere CO2- und Ozonwerte sowie ein starker Anstieg der Wasserverluste in der Region zeigen den großen politischen Handlungsbedarf.

 Berlin ist sich seiner Verantwortung für die Erreichung von Klimazielen bewusst. Das Abgeordnetenhaus hat auf Initiative der SPD-Fraktion ambitionierte Klimaziele für Berlin beschlossen. Mit einem Berliner Klimaschutzgesetz kann dieser Weg auch für den Gebäudebestand fortgesetzt werden. Wir wollen kein Investitionsverhinderungsgesetz, sondern vernünftige Vorgaben, die den Klimaschutz wirtschaftlich und sozial verträglich voranbringen. Die SPD-Fraktion begrüßt daher das vom BUND und dem Mieterverein entworfene Stufenmodell, das inzwischen breite Zustimmung bis hin zur IHK findet. Wir freuen uns über diesen breiten gesellschaftlichen Konsens und erwarten, dass sich die Verbände auch aktiv an der Erarbeitung des Gesetzes beteiligen.

Es ist ein ausgewogener Mix aus langfristigen gesetzlichen Vorgaben und offenen technischen Lösungen notwendig. Der Hauseigentümer soll die Entscheidungsfreiheit behalten, mit welchen Maßnahmen (Gebäudedämmung, Heizungserneuerung, Erneuerbare Energien) er die Ziele erreichen will. Die Belastungen für die Mieter sind sozial verträglich zu halten. Durch den sinkenden Energiebedarf werden die Mieter besser vor zukünftigen Energiepreisexplosionen geschützt. Für öffentliche Gebäude sollen dieselben Vorgaben und Ausnahmeregelungen gelten wie für Gebäude privater Eigentümer.

Es ist zu prüfen, ob begleitend neue Förderinstrumente eingerichtet werden können. In Frage kommen insbesondere neue Förderschwerpunkte im Rahmen des Berliner Umweltentlastungsprogramms (UEP) und z.B. Fördermittel der KfW. Es sollten nur Maßnahmen gefördert werden, die früher als gesetzlich vorgeschrieben vorgenommen werden. Von einem neuen Zins- oder Zuschussprogramm der IBB könnten Hauseigentümer z.B. über eine „Abwrackprämie“ für alte Heizkessel profitieren. Gleiches gilt für Mieter, denen Wärmeanlagen (insbesondere Gastherme) gehören. Anstatt auf eine umfangreiche (und deutlich teurere) Komplettsanierung des Gebäudes oder die Umstellung auf eine Zentralheizung warten zu müssen, könnten Mieter selbst aktiv werden. Durch den sinkenden Energieverbrauch spart der Mieter Energiekosten, entlastet die Umwelt und sichert mit dem Einbau Arbeitsplätze im Berliner Handwerk.

Vor der Beschlussfassung zum Klimaschutzgesetz erwarten wir, dass eine Abschätzung über die voraussichtlichen Kosten für Mieter, Hauseigentümer und die Wirtschaft sowie für den Berliner Landeshaushalt vorliegt. Die SPD-Fraktion wird eine ausführliche Anhörung der Betroffenen im Abgeordnetenhaus durchführen, deren Ergebnisse bei der Beschlussfassung angemessen berücksichtigt werden. Die SPD-Fraktion wird einem Klimaschutzgesetz nur zustimmen, wenn darin die ökologischen Belange und die sozialen Belange der Mieterinnen und Mieter gleichermaßen berücksichtigt werden.

(Letzte Aktualisierung: 02.2010)

 

Berliner Mietspiegel (Hintergrundinfos)

Berlin ist eine Mieterstadt, über 85 Prozent der Berlinerinnen und Berliner wohnen zur Miete. Darum ist der rechtliche Rahmen für die Begrenzung von Mieterhöhungen so wichtig. Seit über 20 Jahren gibt es den Berliner Mietspiegel, der als rechtssicheres Instrument Transparenz schafft. Mit ihm können ungerechtfertigte Mieterhöhungen vermieden und zu hohe Mieten reduziert werden.

Im November 2007 stellten der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Dr. Michael Arndt und der umweltpolitische Sprecher Daniel Buchholz zwei wohnungspolitische Initiativen der Koalitionsfraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus vor. In Berlin gibt es einen "qualifizierten Mietspiegel", auf dessen Angaben sich die Mietvertragsparteien verlassen können. Dieser Mietspiegel bildet realistisch die Berliner Mietenlandschaft ab. Er schützt nicht nur die Mieterinnen und Mieter vor ungerechtfertigten Mieterhöhungen. Gleichzeitig ist er auch für die Vermieter eine verlässliche Grundlage, ohne dass aufwendig Vergleichsobjekte gesucht oder teure Gutachten beauftragt werden müssen.

Der erste Antrag von SPD und LINKE bezog sich auf die landeseigenen Wohnungsunternehmen. Im Sinne einer Rechtssicherheit für alle Betroffenen, einer sozial verträglichen Mietenentwicklung und eines berechenbaren und fairen Verhältnisses zwischen Vermietern und Mietern wurden die städtischen Wohnungsbaugesellschaften - auch vor dem Hintergrund ihrer "Vorbildfunktion" - aufgefordert, sich bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete ausschließlich an den Berliner Mietspiegel zu halten. Der Senat hat dies zugesichert, wie aus seiner Mitteilung vom Mai 2008 hervorgeht (s. unten).

Ein zweiter Antrag der Koalitionsfraktionen bezog sich auf die Erstellung des Mietspiegels für das Jahr 2009 und forderte den Senat und die Mietorganisationen auf, folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Bei der Festlegung der Spannen ist eine möglichst geringe Breite anzustreben. Das bedeutet, dass es nur einen begrenzten Erhöhungsspielraum für die Vermieter geben soll.

  • Die energetische Beschaffenheit des Gebäudes ist in einer Weise darzustellen, die für die Mieterinnen und Mieter nachvollziehbar und überprüfbar ist. Der energetische Bauzustand ist als eigenständiges Merkmal auszuweisen. Energetisch schlechte Wohnobjekte verursachen beim Mieter höhere Nebenkosten als energetisch sanierte Häuser. Bisher ist der tatsächliche energetische Zustand des Mietobjektes für die Mieter nicht nachvollziehbar. Daher sind Energieausweise künftig in die Erhebung einzubeziehen.

  • Die Anzahl der Leerfelder sollte nach Möglichkeit durch eine ausreichende Datenerhebung deutlich verringert werden. Im Mietspiegel 2007 ist die Zahl der Leerfelder aufgrund einer gesunkenen statistischen Datenmenge gestiegen, wodurch für diese Wohnungstypen kein Mietspiegel mehr angewendet werden kann. Dieser Zustand ist unbefriedigend.

  • Die Belastung des Wohnumfeldes durch Verkehrslärm ist hinreichend zu berücksichtigen. Die Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete bei Anwendung des Mietspiegels soll unter Berücksichtigung der aktuellen amtlichen Erkenntnisse über Straßen-, Bahn- und Fluglärm gebildet werden können. In lärmbelasteten Wohnumfeldern ist teilweise aufgrund fehlender Berücksichtigung von Verkehrslärm bisher kein Abschlag von der Miethöhe zugrunde gelegt worden, obwohl für diese Wohnungen eine geringere Miethöhe als in ruhigen Wohnlagen angenommen werden kann. Künftig müssen veränderte Lärmemissionen beispielsweise durch ein gestiegenes Flugverkehrsaufkommen oder stärker genutzte Bahnstrecken berücksichtigt werden.

Auch diese Punkte konnte inzwischen weitestgehend berücksichtigt werden (s. Senatsmitteilung vom April 2008 im Downloadbereich unten). Die zwischen den Vertragsparteien des Mietspiegels im Herbst 2008 erreichte Einigung finden Sie hier dokumentiert:

.

Berliner Mietspiegel: Meldung September 2008

+++ Am 24.09.2008 haben die insgesamt sechs Berliner Vermieter- und Mieterverbände eine Vereinbarung über die Grundsätze zur Erstellung von künftigen Berliner Mietspiegeln unterzeichnet. +++

+++ Kernpunkt der Vereinbarung ist die Einigung auf in zukünftigen Mietspiegeln auszuweisende Spannenbreiten an "ortsüblichen Vergleichsmieten". In den vergangenen Jahren gab es darüber erhebliche Differenzen, die Mieterverbände hatten daher die Unterzeichnung der letzten drei Mietspiegel abgelehnt. +++

+++ Vereinbart ist jetzt eine variable 2/3- bis 3/4-Spanne (bei einer Extremwertbereinigung mit Hilfe eines 97,5 %-Vertrauensintervall) für den Mietspiegel 2009 sowie danach folgende Mietspiegel. +++

+++ Neben der Einigung auf eine Spannenbreite wurde zwischen den Verbänden weiterhin vereinbart, dass die energetische Beschaffenheit von Wohngebäuden, die Einfluss auf die Betriebskosten hat, in den folgenden Mietspiegeln ausreichend gewürdigt wird. Damit ist schon jetzt abgesichert, dass in zukünftigen Mietspiegeln in erweiterter Weise diese energetische Beschaffenheit von Wohngebäuden angemessen berücksichtigt werden kann. +++

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Artikel zum Thema aus Berliner Tageszeitungen:

„Linke will mehr Schutz für Mieter“  (Berliner Zeitung 07.01.2011)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0107/berlin/0069/index.html

„Mondmieten für Bruchbuden“ (Cicero Juli 2010)

http://www.cicero.de/97.php?item=5144

„Parteistimmen zu steigenden Mieten“ (Welt 02.02.10)

http://www.welt.de/die-welt/regionales/article6214048/.html

"Rot-Rot will Mietrechtsreform der Bundesregierung stoppen" (Tagesspiegel 24.11.09)

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Mietrecht;art270,2957953

"Reinickendorfer wohnen am günstigsten" (Berliner Zeitung 24.11.09)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1124/berlin/0048/

"Rot-Rot will Mieten für Sozialwohnungen senken" (Morgenpost Online 23.11.09)

http://www.morgenpost.de/berlin/article1211990/.html

"Linkspartei will bei neuen Mietverträgen Preise kappen" (Berliner Zeitung 20.10.09)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1020/berlin/0049/index.html

"Rot-Rot will Mieten in Berlin begrenzen" (Die Welt 19.10.09)

http://www.welt.de/berlin/article4893838/.html

"Mietminderung wegen Lärms: SPD will Mietspiegel transparenter machen"  (Berl. Zg. 22.11.07)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/1122/lokales/0070/index.html

"Berliner Mietspiegel wird übersichtlicher"  (Berliner Morgenpost 22.11.07)

 http://www.morgenpost.de/content/2007/11/22/berlin/933273.html

"Energieeffizienz in den Mietspiegel"  (taz 22.11.07)

http://www.taz.de/nc/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ba&dig=2007/11/22/a0209

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Senatsmitteilung zu Antrag Anwendung Mietspiegel bei WBGs   (05.2008)

   

 

Senatsmitteilung zu Antrag Neue Kriterien Mietspiegel 2009  (04.2008)

   

 

"Soziale Stadt: Neue Herausforderungen"  (Artikel Buchholz 11.2007)

   

 

Antrag Neue Kriterien für Berliner Mietspiegel 2009  (11.2007)

   

 

Antrag Anwendung Mietspiegel Wohnungsbaugesellschaften  (11.2007)

 

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